Roter Mohn bevor der Winter naht...

Sonntag, 12.11.2017

Okay. Zugegeben, dieser Titel ist überdramatisch aber irgendwie muss ich ja mein bis dato faulstes Wochenende ja beschreiben. Naja, faul war ich auch nicht wirklich, aber ich war fast nur zuhause^^

Am Freitag war erstmal Ausschlafen angesagt - und zwar so richtig :) Danach fing ich an Game of Thrones zu gucken... Ja, ich schäme mich auch tatsächlich, da jetzt schon die siebte Staffel aktuell ist, aber ich bin halt viel beschäftigt :) Ich hatte aber auch einen guten Grund: In dem Kulturkurs müssen wir eine Studie zu einer Serie, einem Film oder sonstigen Medien machen und ich habe meiner Dozentin schon gesagt, dass ich über die Kulturen in dem Mittelalterepos schreiben werde, weil ich aber auch stark damit gerechnet habe, mehr Zeit zu haben, das über das Semester verteilt zu schauen. Der erste Teil dieser Studie war schon vor zwei Wochen fällig, aber unsere Lehrerin ist da sehr sehr cool und meinte, zwei Wochen später wären doch überhaut kein Thema :) Das war nur eben jetzt am 13. Nov... Also habe ich Freitag vier, Samstag zwei und Sonntag drei Folgen geguckt. Das Staffelfinale habe ich mir dann am Montagmorgen angeguckt und die drei Seiten wie ein Kranker in einerm Rutsch hinuntergetippt. Die Serie ist tatsächlich der absolute Hammer und ich werde sicher auch weiter schauen! Genau wie bei Star Wars, Avatar oder Herr der Ringe gibt es eben auch hier eigene Kulturen, die man gut mit traditionellen Kulturtheorien analysieren kann, aber genug an dieser Stelle!

Das Kriegsdenkmal Viele kleine Mohnanstecker Sogar das Parlament macht mit!

Der Leitspruch der ersten Staffel ist übrigens auch immer "Der Winter naht" - das fand ich sehr passend auch in meiner gegenwärtigen Position. Es war jetzt das erste Wochenende, an dem das Thermometer oft unter 0 Grad kletterte und der Schnee von Donnerstag ist tatsächlich noch nicht ganz geschmolzen.

Am Samstag war Remembrance Day, also Gedenktag des 1. Weltkriegs. Die Veranstaltung mittags musste ich leider schwänzen wegen der ganzen Uniaufgaben. Innerhalb des Wochenendes habe ich einfach acht (!!!) Assignments erstellt... Daher blieb nicht viel Zeit für andere Dinge... Am Samstag bin ich allerdings abends noch kurz zum Denkmal des Kriegs und zum Parlament gefahren, bevor ich zu einer Freundin auf eine Hausparty ging. Sie feierte ihren Geburtstag vor und ihre WG platzte aus allen Nähten! Soviele gut gelaunte Leute! Nachdem ich mit als Letzer um 2 Uhr noch essen ging und dann nach Hause lief, muss die Party wohl voll aus dem Ruder gelaufen sein mit einem kurzen Besuch der Polizei... :(

Am Sonntag wieder ausgeschlafen - na klar. Nach wiedermal Hausaufgaben bin ich dann mit einem Kumpel ins Kino. Wir haben uns Bad Moms 2 angeguckt, einer der lustigsten Filme, die ich jemals gesehen habe! Wir haben uns weggeschmissen vor Lachen. Bitte auch ansehen! :)

Achso: Ich weiß nicht, was es it dem Mohn auf sich hat, aber es ist das universelle Symbol des Remembrence Days und seit zirka zwei Wochen tragen immer mehr Menschen auf der Straße einen Mohnanstecker, um ihre Solidarität zu zeigen. Eigentlich eine schöne Geste :)

Neunte Uniwoche (11/ 6-9)

Donnerstag, 09.11.2017

Schnappschuss der Woche: Finally! SCHNEEEEEEEE

Vergangene Uniwoche war wirklich unspektakulär und eigentlich auch nicht wirklich auf meiner Seite - Karma ist einfach manchmal wirklich eine Bitch :)

Am Montag hab ich mit Mühe und Not meine Essay Outline hochgeladen und war auch noch lockere fünf Minuten vor meiner Deadline dran (8.55 Uhr)^^ Direkt danach musste ich eine Präsentation vorbereiten, darüber, wie ich eine didaktische Kommunikationsstrategie in meinem Deutschunterricht einsetzen würde. Das lief auch noch ganz gut, aber als ich den Vortrag später dem Kurs vorgestellt habe, hatte ich leider den Eindruck, ich würde alle nur langweilen und meine Dozentin schien auch nicht gerade begeistert zu sein. Später habe ich sie gefragt und eigentlich fand sie das Referat gar nicht mal so schlecht, ich war trotzdem nicht ganz überzeugt.

Abends war ich im Waschsalon zugange und damit beschäftigt, Schlaf nachzuholen :)

Am Dienstag durfte ich dann in dem richtigen Deutschkurs einen Vortrag über Augbsurg halten und hatte sogar einen Lückentext vorbereitet. Leider hat mir die Dozentin aber so wenig Zeit gelassen, dass ich meinen Präsentation abkürzen musste und die Studenten so gar nicht alle Lücken haben konnten. Danach gab es ordentlich Kritik von der guten Frau, aber ich mache das alles ja sowieso nur zum Spaß^^ Nach der Uni war ich auf Shoppingjagd und nach zirka zwei Stunden wurde ich dann bei Zara und H&M auch fündig; ich brauchte dringend Winterschuhe und eine dickere Jacke. Beim folgenden Treffen für Karaoke habe ich eine halbe Stunde umsonst auf meine Freunde gewartet, bis ich gesagt habe, nee, nicht mit mir und gegangen bin :)

Am Mittwoch gab es dann mal wieder ein Quiz von 90 Minuten, weil es so schön ist über Kulturtheorien und ich habe mit einer Kommilitonen für kommenden Tag gelernt - ja, wieder ein Quiz^^ ALLES GUTE NOCHMAL nachträglich an Dustin, meinem Bruder! Immerhin hab ich es um 23.30 Uhr deutscher Zeit dann auch noch hingekriegt, anzurufen :) Wieder zuhause, kam ein Kumpel vorbei und ich machte und Schnitzel mit Kartoffelgratin, was sogar wirklich gut war :)) Er sorgte für Wein und Nachtisch.

Am Donnerstag wiederum war ich froh, dass diese Woche auch mal wieder herum war und ich war ganz begeistert von einem Quiz in Journalismus und dem schon genannten in meinem Englischkurs. Im Journalismuskurs hatten wir Besuch von einem Gastredner, der uns eine Stunde was über den Genozid in Ruanda erzählt hat. In 100 Tagen sind dort 1994 über eine Million Menschen gestorben! Weil es zu gefährlich für die Journalisten war, gab es so gut wie keine Berichterstattung zu der Zeit und die UN hat nicht interveniert. Dann zeigte er uns ein Video einer Hinrichtung und schilderte die Geschichte, wie er die Familie der Opfer sowie den Mörder traf und mit ihnen sprach. Das war höchstinteressant und äußerst emotional...

Abends war wieder Muesumszeit und ich ging mit einem Unifreund ins Historische Museum in Gatineau, das meistbesuchteste Museum Kanadas. Dieser Besuch brachte mich auch wirklich auf andere Gedanken! :)

Achso: An genau diesem Abend fing es auch zum ersten Mal an, zu schneien. Es wird sowieso immer kälter und langsam wird Kanada so, wie ich es mir vorgestellt habe :)

Fast schon angsteinflössend...^^

Wenn man wieder einmal Kreativität über'm Weg läuft :)

O-ha! Ist das noch ein Museum? LOVE IT

Madame Gaga im Paris des Westens

Sonntag, 05.11.2017

The world famous Poutine! Gleich geht's los :)) Was für eine Show!

Auf dem ersten Wochenende im November musste meine Reiselust wieder mal gestillt werden. Da traf es sich doch ganz gut, dass der Fotoclub an meiner Uni, in dem ich ja schon seit Wochen Mitglied war, einen Fototrip nach Montreal veranstalten wollte. Von Samstagmorgen bis Sonntagabend im zwei Stunden entfernten Montreal. Wenn man an bekannte Städte in Kanada denkt, kommt Montreal sicher bei den meisten unter den ersten Dreien (mit Toronto und Vancouver) mit vor - klar, dass ich mir diese Megametropole nicht entgehen lassen wollte!

Allerdings war da noch ein absolutes Luxusproblem: Ich beschloss zwei Tage vorher mit Beth aus England auf das Lady Gaga- Konzert in Montreal zu gehen und wir besorgten direkt recht günstig die Tickets. Als ich die Fotogruppe dann fragte, war da überhaupt kein Problem: Ich konnte die Gruppe nach ihrer Ankunft am Samstag treffen und quasi dann mitlaufen.

Darum traf ich mich Freitag mit meiner Konzertbegleitung und wir wurden freundlicherweise von einer französischsprechenden Mitfahrgelegenheit für nicht einmal 8 € mitgenommen - ein fairer Preis für knappe zwei Stunden. Wir wurden zwar am Stadtrand herausgelassen, aber direkt an einer Ubahnstation und in einer knappen halben Stunde waren wir auch schon an unserem wunderbaren Schloss-Hostel. Der Eingang dort ist recht pompös und adelig, während die jeweils fünf Dreier-Hochbetten nicht richtig bequem waren...

Nach kurzer Eingewöhnung im Nachtquartier gingen wir natürlich Poutine essen - Montreal ist gemeinhin bekannt als die Poutinehauptstadt. Poutine besteht aus überbackenen Pommes mit Bratensoße und eventuell Fleisch. Richtig, richtig lecker und extremst sättigend :))

An der Konzerthalle kamen wir an einer immensen Schlange an, die keine Pünktlichkeit versprach. Jedoch waren wir dch rechtzeitig um halb 9 an unseren Plätzen in der letzten Reihe. Wir hatten aber trotzdem einen guten Blick auf die Bühne, und dann auch auf dem ablaufendem 15-Minuten-Countdown. Die Halle ist total ausgerastet, als die Uhr unter die 5-Minuten-Grenze fiel...

Um neun Uhr kam die verrückte Queen of Pop auf die Bühne und schmetterte eine Stimmungskanone nach der anderen von ihren Stimmblättern: Nach dem Zeigen ihres POKERFACEs und dem Schreien von AYO und LOVE GAME sagte sie dem Publikum, alle sollen aufstehen und JUST DANCEn. Nach einem spektakulären Kostümwechsel besang sie einen ominösen ALEJANDRO und alle PAPPARAZZI dieser Welt, bevor sie klarmachte, dass sie nicht JOHN WAYNE sei, sondern nur BORN THIS WAY. Die Antwort der Zuschauer auf eine weitere PERFECT ILLUSION und dem klingeln ihres TELEPHONEs war dann tosender APPLAUSE. Bei einer akustischen Version von EDGE OF GLORY fing Gaga an, zu weinen, wovon sie sich später aber wieder ausCUREierte. Dann stellte sie JOANNE vor, der Song, nach dem die Tour benannt ist und gab A MILLION REASONS, warum diese Show eine BAD ROMANCE war!

Nach dem bombastischen Konzert, ging es für uns beide noch auf die Piste: Wir entschieden uns für eine richtig schäbige Hip-Hop-BAr, in der einige Skater auf einer Halpipe innerhalb des Clubs boardeten. An der Decke hingen unzählige BHs und der Altersdurchschnitt schien bei etwa achtzehneinhalb zu liegen.

Schnappschuss auf dem Weg ins Nachtleben - Part 1 Schnappschuss auf dem Weg ins Nachtleben - Part 2

Am nächsten Tag nach immerhin drei Stunden Schlaf traf ich , wie gesagt, auf die Fotogruppe und zog mit ihnen los. Unser Organisator, Will,  schien Hummeln im Hintern zu haben und scheuchte ins in gefühlt jede Straße in Montreal :) Während des Mittagessens in Chinatown hatten wir bereits die Hafenpromenade, die berühmte Notre Dame, das Rathaus und die Altstadt gesehen. Wir hatten einfach sehr viel Glück mit dem Wetter.

 

Die berühmte Notre Dame^^ Der Freizeitpark hatte schon zu... Die Skyline erinnert an New York City... ...in der Stadt eher an Paris :) Oh, Montreal ist ja eine Insel! Eine recht grüne Großstadt! Irgendwie hat das Museum was xD

 

Nach dem Besuch in Chinatown gingen wir zurück ins Hostel, um kurz auszuruhen und wanderten dann auf den Hügel "Mont Royal", von dessen Spitze man eine super Sicht auf komplett Montreal hat. Das war dann natürlich ein El Dorado für Fotografen wir unser Club, für besondere, perspektivenverstellbare Weitwinkel-Spiegelreflexkameras der anderen...und auch für meine Handykamera :))

Der Sonnenuntergang war zwar hinter Wolken versteckt, aber Montreal in der Dämmerung war trotzdem auch ein Erlebnis :)

 

Der Aufstieg hat sich doch gelohnt! Mein Squad ist auch mit von der Partie Was ein Ausblick! Langsam wird's dunkel...Some Street Art!

 

Nach der Besichtigung des angrenzenden Park machten wir uns an den Abstieg, um dann vom Hostel aus ins Ausgeviertel zu fahren. Dort gingen wir als Gruppe zuerst in eine Bar, um naja, Brettspiele zu spielen. Kein Spaß, das haben wir neben dem Cocktails trinken wirklich auch gemacht! Danach gab es dann erst Abendessen gleich nebenan, in "La Banquise". Die Schlange vor dem Restaurant und das einstündige Warten haben uns nicht wirklich gestört, da der sich der Schuppen zurecht als bester Poutineladen der Stadt schimpft. Es war grandios! Und ja, es lag wieder sehr schwer im Magen :) Gegen Mitternacht sind wir alle wieder im Hostel eingetrudelt und brav ins Bettchen gesprungen. 

 

Aufgrund des Regens mussten wir in die Mall ausweichen :)Die Basilika von außen......und von innen!Ich fand das echt cool, in einem Hausflur :)

Man beachte auch den Hintergrund!

Den nächsten Tag haben wir wirkich ganz ruhig angehen lassen: Aufstehen um 9, Frühstück um 10, Auschecken um 11. Das war wirklich ausreichend Schlaf - auch weil wir durch die Zeitumstellung noch eine Stunde bekommen haben :) Wettertechnisch war der Sonntag leider eine mittelschwere Katastrophe für einen Städtetrip: Windig, kalt und Regen den ganzen Tag lang. Daher haben wir entspannt ein klitzekleines, venezolanisches Restaurant regelrecht gestürmt und das super Essen genossen. Danach bestand unsere Beschäftigung viel aus Shoppen und Abhängen in den Malls. Aus irgendwelchen Gründen habe ich nach einem Toilettenbesuch den Rest der Gruppe verloren und war dann für knappe drei Stunden auf mich alleine gestellt, in denen ich zur Basilika und zur Gedenkstätte der Olympischen Spiele gepilgert bin ;) War wirklich toll. Um 19 Uhr haben wir uns dann alle am Hostel wiedergetroffen und von halb 8 bis halb 10 hatten wir eine wilde Busfahrt nach Ottawa :) Dort zurück ging es nach Hause für mich, denn ich hatte noch Hausaufgaben zu erledigen, die dann in einer Nachtschicht bewältigt wurden :)

Kurzum: Eine wunderschöne Stadt, mit einem bombastischen Konzert und richtig tollen Leuten!!!

Achte Uniwoche (10/30-11/02)

Donnerstag, 02.11.2017

 Schnappschüsse der Woche:

Aus dem Unterricht......beim Spazieren......uns bei Parties!

 Hier zur Abwechslung mal Bilder, die sich noch so in den unweiten meines Handyspeichers herumgetrieben haben!

 

So schnell wie die Reading Week kam, so schnell war sie auch schon wieder vorbei und am 30. Oktober hieß es wieder, ab in die Uni :) Da man aus den Augen der Dozenten als Student ja in der Ferienwoche sowieso nichts zu tun hat, hatte auch jeder von ihnen eine extra Portion Hausaufgaben aufgegeben. Am meinem letzten Ferientag versuchte ich zwar noch mit Mühe und Not das Allernötigste zu erledigen, aber diese Uniwoche bretterte trotzdem wie eine Lawine auf mich ein^^

Am Montag standen eine Abgabe und normalerweise eine Projektabgabe an; letzteres konnte ich aber verschieben :) Am Dienstag ein Quiz, eine Abgabe und eine Präsentation, Am Mittwoch dann mal tatsächlich nichts und am Donnerstag Ein Quiz und zwei Abgaben...

Besagte Präsentation war in dem Deutschkurs, in dem ich aushelfe, und handelte von der Reformation und dem diesjährigem 500. Jubiläum. Wieder hörten die Studenten überraschend aufmerksam zu, wie ich ihnen etwas über die Verteilung der Konfessionen innerhalb Deutschland und ihre jeweilige Anzahl der Feiertage berichtete. Die Geschichte von Luther, der 95 Thesen an die Kirchentür in Wittenberg hämmerte, versuchte ich sogar, auf Deutsch wiederzugeben. Auf jeden Fall ein Erfolgserlebnis :)

 

Am Donnerstag fragte mich dann ein Kumpel aus der Uni, ob ich schon im Kunstmuseum hier in Ottawa war. Solche Besuche wollte ich mir für Schlechtwettertage aufheben, eben genau wie dieser. Ich hatte jetzt nicht besonders hohe Erwartungen, aber die Ausstellung der Art Gallery war wirklich aufwändig gestaltet und recht groß - wir haben in zwei Stunden nicht ml die Hälfte geschafft! Manche Kunstwerke sind zwar aus der Abteilung Sperr- bis Atommüll, aber andere zeugen dann doch von reiner Kreativität. Nach dieser Kulturerfahrung gab es dann megagute Burger und Milchshakes :)

Das hätte ich gerne in meinem Zimmer!Ist das Kunst oder Materialverschwendung?  Die Idee find ich mega :) 

Trick or Treat

Dienstag, 31.10.2017

  Ja Baum, ich kann mich auch nie entscheiden! Manche Kanadier nehmen das wirklich ernst!

 

Süßes oder Saures! Oder wie man hier sagt: Trick or Treat!

 

Da war er gekommen: der langersehnte Feiertag für alle Kreaturen der Unterwelt und Wesen kanadischer Gruselkabinetts. Diese Klischee kann ich absolut bestätigen: Die Kanadier  - aber nicht alle - freuen sich schon Wochen im Voraus auf diesen einen Tag und Halloweenparties und das beliebte Süßigkeitenjagden bei Kindern finden schon ab 10 Tage vor dem eigentlichen Datum statt. Ich hatte Besseres zu tun, als mich tagelang einzustimmen, um ganz ehrlich zu sein - ich habe es nicht mal geschafft, Kürbisse auzuhöhlen. Irgendwie schon gemein, in Deutschland ist Halloween zum ersten Mal ein gesamtdeutscher Feiertag wegen der Reformation und ich bin nicht im Land - zumal die Bayern ja mit Allerheiligen am nächsten Tag sogar eine sehr verkürzte Woche hatten :)) 

Aber den 31. Oktober wollte ich mir dann doch nicht entgehen lassen. Nach einem weiteren glorreichen Unitag mit sowohl Deutsch- als auch Englischkurs besorgte ich mir noch Schminke und etwas mit Umdrehungen und fuhr direkt in die WG von Freundinnen vom New York-Trip. Dort half ich dann mit den letzten Vorbereitungen und wir fingen an, uns fertigzumachen.

Dieses Jahr wollte ich mir mal besonders viel Mühe mit meiner Verkleidung geben und ich hoffe, dass sich die zwei Stunden mühseliges Schminken gelohnt haben^^:

 

Die Party kann losgehen!Ich hab mir echt Mühe gegeben^^Halloweeeeen!

Auf dem Foto sind neben mir übrigens Tinkebells blaue Schwester und Spinelli aus "Disneys Große Pause". Nach dem ein oder anderen isotonischen Getränk auf Hopfen- oder Weintraubenbasis ging es gegen Mitternacht für uns auf die Piste und wir stürzten uns in kleineren Teams mal wieder in Ottawas Nachtleben - schließlich hatten wir nicht gerade günstige Karten für einen Club, der den vielversprechenden Namen "Tequila Jack" hat.

Die Musik und die Stimmung waren absolut überragend und der Kostümwettbewerb im Club war absolut die Krönung: Nachdem Jesus und Superman rausgeflogen waren, lieferten sich die sexy Maid und der Papst ein temperamentvolles Battle an der Stange, das mit religiösem Support schnell entschieden wurde. Nach weiteren Tanzbattles und einigen Shots genehmigten wir uns Pizza und gingen durch die Straßen, in denen es vor kostümierten Partypeoplen nur so wimmelte.

Nach einiger Zeit zurück in der WG lief ich nach Hause zurück und wurde aber auf meinem Weg angehalten. Sinéad aus Irland war auf der Suche nach ihrem Handy und berichtete von einem Streit zwischen zwei dunkelhäutigen Männern, in den sie geraten war. Genau in diesem Moment liefen diese unverkleideten Gestalten an uns vorbei und jagten sich regelrecht. Einer zückte dann ein viel zu langes Messer und ich war gut beschäftigt, Sinéad zu beruhigen. Das war kein Spiel und auch kein Spaß. Wir wissen beide nicht, was passiert wäre, wenn ich nicht gerae vorbeigekommen wäre. Ein leider erschütternd gefährliches Ende einer sonst coolen Feiernacht. Recht geschmacklos, sowas an Halloween zu veranstalten, wenn jeder denkt, es wäre nur ein Spaß.

Zuhause war ich wieder beruhigt und konnte auch endlich die Schminke entfernen, bevor ich ins Bett fiel - der nächste Tag war ja ein ganz normaler Mittwoch mit Uni :)

Roadtrip Part II - Willkommen im Herbst

Samstag, 28.10.2017

Quasi die Route 66 Kanadas Und weiter geht die wilde Fahrt! Bei Sonnenschein wirkt alles gleich anders Bin ich noch in Kanada? Wahnsinn!Krasse Farben!

Roadtrip  - Teil 2, weiter geht's im Text!

 

Nach einem herausragenden typisch amerikanischen Frühstück im "Eggspress" (Achtung: Wortspiel) ging es für mich wieder hinter's Lenkrad und weiter ging die wilde Fahrt. Zweimal musste ich auf dem Standstreifen halten, weil es einfach zu schön war und ich den Ausblick genießen wollte. Die Fotos sprechen für sich, denke ich :)

Nach etwa einer guten Stunde kam ich in einem Vorort von Montreal an und musste dort den Highway wechseln. Leider bin ich dann direkt auf einen Stau zugefahren, der mich dann locker eine Stunde gekostet hat... Aufgrund eines Unfalles, hat die Polizei die Autos über den Mittelgraben wieder in die andere Richtung gelenkt und da hat es sich bei den nachfolgenden Ausfahrten natürlich auch wieder gestaut.

Danach musste ich auf Landstraßen umsatteln und gegen 15 Uhr kam ich dann tatsächlich auch mal an meinem Ziel an, "Parc national d'Oka". Dieser Provinzpark in Quebéc, der direkt am Fluss St Laurent gelegen ist, zeigte sich mir von seiner ganz herbstlichen Seite: Blätter in allen möglichen Orange-, Braun-, Gelb- und Rottönen und immer mal wieder auch grüne Tannen oder blätterlose Sträucher zwischendrin. Ich entschied mich für einen ausgiebigen Waldspaziergang, bei dem mir kein anderer Mensch begegnet ist.

Last Man Standing... ... auch die Wanderstiefel angeschnallt Diese Wälder! Was möchte uns der Künstler damit sagen? Im dichten Fichtendickicht oder so^^ Ist es eine Libelle oder doch nur mein Shirt? Einmal Farbtopf bitte!  Wiesen, Felder UND Wald!

Nach Laubgeflüster und einem kurzen Tête-à-tête mit einer Libelle, fuhr ich dann auch weiter entlang der Parkgrenze bis zum dazugehörigen Dorf, namens "Oka". Dort war es komischerweise recht voll, aber wegen einer Biker-Treffens und dem wunderbaren Sonnenschein waren eben auch viele Menschen unterwegs. Ich hatte dann den Plan, während des Sonnenuntergangs in einem anderen Provinzpark zu sein, also musste ich dann auch schon wieder weiter.

Ich nahm eine der wenigen Brücken zurück in die Provinz Ontario. In der Stadt direkt am Fluss machte ich dann eine kurze Kaffeepause und bestaunte die pompöse Kirche, hier mitten in der Pampa.

Nach einer halben Stunde bin ich auf eine Wolkenfront zugefahren, die dann doch eher nach Weltuntergang aussah. Und schwupps, schüttete es auch aus allen Löchern. Das mit dem Sonnenuntergang hatte sich dann auch erledigt. Ich wollte aber trotzdem noch in diesen Parc de Plaisance. Dafür musste ich durch ein ganz kleines Dorf, dessen Hauptstraße an diesem Samstagabend durch Polizei überwacht wurde. Der Grund war dann, dass sämtliche Kinder wegen Halloween in der Nachbarschaft auf Süßigkeitenjagd waren.

Der Park war tatsächlich echt noch sehenswert - obwohl oder auch vielleicht wegen des Regens. So um 20 Uhr fuhr ich dann noch die gute Stunde nach Ottawa zurück. Das Problem dann war aber, dass ich kein Navigationssystem hatte und nun vor der Aufgabe stand, die Autovermietung wiederzufinden. Ich fuhr also an der Ausfahrt "Ottawa" ab und kam in der Innenstadt raus. Das war dann relativ schwierig, dort zu fahren wegen der ganzen Busse und der Menschenmassen, die scheinbar am Samstagabend nichts anderes zu tun hatten^^

Ich versuchte mich zu erinnern, wie genau ich am Vortag gefahren bin, habe mich dann aber relativ schnell verfahren und wusste mit der Zeit auch nicht mehr, in welche Himmelsrichtung ich gerade fuhr. Nach einem Tankstopp und einem wunderbar aufgewärmten Diner-Essen fand ich einen USB-Port im Auto, in dem ich mein Handy laden konnte. Mit Google Maps konnte ich dann auch endlich herausfinden, wo ich tatsächlich war und wie ich nun nach fast 2 Stunden umherirren zur Vermietung komme. 

Der Rest war denn denkbar easy - Auto abstellen, Schlüssel in Briefkasten und Busfahrt nach Hause zurück.

Alles in allem, hatte ich zwei wunderbare Tage voller Fahrspaß, voller Natureindrücke und voller schöner Fotos :))

Die drei Nationalparks, in denen ich war, sind ein wirklicher Geheimtipp, wenn man gerade in Ottawa und Umgebung ist coolwink

 

Schnell noch zum Bikertreffen Wieder zurück bei den Englischsprechenden!Ist das Kunst oder kann das weg? Fundstück des Rückwegs!  Im Regen angekommen!  Braucht man auch mitten in der Pampa!

Roadtrip Part I - Willkommen im Skiparadies

Freitag, 27.10.2017

Roadtrip!Direkt am Highway :)Leider zu spät für die Blätterpracht...

Das schlechte Wetter kann mich mal!Willkommen im Nationalpark No IZwischenstopp in einem random DorfImmer auf die Details achten!Egal warum, Hauptsache unser Dorf hat ein Buschauto!C'est une lac très belle!

Lovely Mother Nature!      Ja, wenn man solange alleine herumfährt...  

Ich hoffe mal, dass der Cliffhanger am Ende meines letzten Eintrags war ziemlich aushaltbar...

Ich habe mir nämlich überlegt, zum Schluss meiner Reading Week noch einmal die letzten zwei Tage zu nutzen und wegzufahren, denn es sollte auch ganz gutes Wetter geben. Leider haben alle, die ich so gefragt habe, entweder keine Zeit, keinen Bock oder bereits andere Pläne... Also beschloss ich, mir alleine ein Auto zu mieten und einen kleinen Roadtrip allein zu meistern.

Daher stand ich am besagten Freitag relativ früh auf (gegen 9 Uhr^^) und fuhr ans andere Ende von Ottawa zur Hertz- Autovermietung - Schleichwerbung ist an dieser Stelle unbeabsichtigt. Dort bekam ich einen wirklich neuen Toyota zugewiesen und die "Schlüsselübergabe" war nach 2 Minuten auch über die Bühne gebracht. Die ersten Meter waren natürlich ungewohnt, weil ich ja jetzt wirklich lange nicht mehr hinter einem Lenkrad saß.

Die folgende Fahrt durch Ottawa und Gatineau lief wirklich gut. Als ich dann auf den Trans-Canada-Highway kam, wurde es noch leichter zu fahren. Es war auch echt nicht viel los und das Wetter war tatsächlich herrlich. Nach zirka zwei Stunden durch Quebéc-Provinz kam ich an meinem Tagesziel, Mont Tremblant an. Das ist ein gemütliches Bergdorf mit mehreren Skigebieten (etwa 15 km entfernt) und einem riesigen Nationalpark (auch etwa 10 km weg).

Nach einer kurzen Fahrt durch das "Innendorf" laughing Kam ich auf die Straße, die ins Touristenviertel führt; dort reihen sich gigantische Luxushotels aneinander und ich konnte leider nirgendwo parken. Da ja kein Schnee lag, war weder viel los, noch fuhren die Skilifts und ich fragte mich ganz ehrlich, was ich da nun eigentlich noch wollte...^^

Danach nahm ich die andere Richtung, die durch Kurvenstrecken direkt in den Nationalpark führte. Leider war ich erst um 16 Uhr am Eingang des Park und mir gesagt wurde, dass das zu spät wäre, fuhr ich dann einfach noch ein bisschen weiter umher, bis ich auf einem Schild "Lac Supérieur", also Hoher See lesen konnte und spontan dorthin gefahren bin. Der See an sich war superschön und ich war froh, endlich einen schönen Ort gefunden zu haben :)

Danach ging es zurück ins Dorf, um dort Falafel zu essen, um kurz noch einzukaufen und um ins Motel für die Nacht einzuchecken. In diesem wurde ich äußerst freundlichvon einer Chinesin empfangen, die gar kein Englisch sprach und deren Französisch - auch wenn ich es ja sowieso nicht verstanden hätte - eher wie Chinesisch klang^^ Ich bekam jedenfalls ein größeres Zimmer mit zwei Doppelbetten, so hatte mein Ego dann auch einen Platz zum Schlafen. Die Einrichtung war Marke omerich bis Nachkriegsmodell, aber es war immerhin sauber.

Meine Unterhaltung für den Abend war dann Netflix und Youtube und aus unerfindlichen Gründen ging ich schon um 23 Uhr ins Bettchen. Am nächsten Tag hatte ich meine nächste Etappe vor mir!

Der perfekte Snap im perfekten Licht

Donnerstag, 26.10.2017

   Oh, wie schön ist Ottawa

Willkommen zurück!

Nach meinem Campingabenteuer hatte ich ja noch fünf weitere Tage meiner wertvollen Ferienwoche. Da das Wetter am Donnerstag nicht schlehct werden sollte, traf ich mich mit einem Kumpel aus Kolumbien. Wir sind beide Mitglieder im Photography Club an unserer Uni und sollen bis Ende Oktober unsere erste Foto-Challenge bestreiten: Ein Bild unter dem Thema "Herbst" und eines über "Halloween" - beides durchaus naheliegend. Nachdem ich Gott sei Dank ausschlafen konnte, haben wir uns am Nachmittag in der Innenstadt getroffen und sind durch den Stadtpark und den Haupteinkaufsstraßen spaziert.

Dabei sind echt coole Fotos herausgekommen. Auch wenn das Wetter echt schlecht aussah, es hat gut gehalten und wir wurden nicht nass. Als dann irgendwann gegen 18 Uhr die Sonne unterging, waren die Licht- und Farbverhältnisse nochmal spannender und dramatischer. Ein Traum! Ehrlich gesagt, hatte ich gar nicht erwartet, dass es ein so schöner und lustiger Nachmittag werden würde.

Die Notre Dame in Paris kann einpacken... Diese Dramatik... Fragt mich nicht, warum da eine Spinne ist... Zwischen Abenddämmerung und Regenschauer... Mein Lieblingsbild des Tages!

Nach langem Überlegen konnten uns Rico und ich auf diese zwei Fotos einigen und mit einem Wasserzeichen unserer Namen haben wir sie auch gleich dem Club eingereicht :) Ihr dürft gerne raten, welches Foto nach Herbst und welches nach Halloween aussieht^^

Unser ...und das

Abends stand dann noch ganz anderes Spektakel auf meiner Agenda: Mìwàte. Komischer Name, ich weiß und ja auch nicht die erste Lichtershow, die ich mir hier in Ottawa angesehen habe. Aber wiedermal eine echte Augenweide! Zirka 500 Meter von meiner Traumunterkunft in Hull, Gatineau liegen Wasserfälle, von denen ich aber vorher nichts gehört habe... Wenn die Lichtershow - die ging übrigens etwa 15 Minuten - in ein paar Tagen wieder aufhören wird, werde ich mir die Wasserfälle auch mal bei Licht ansehen, denke ich cool

Danach ging's für mich direkt in die Heier, ich hatte mir für den nächsten Tag nämlich einiges vorgenommen...

Ein Lichterspektakel deluxeÜberragend!

Die Wildnis hat dich verändert

Dienstag, 24.10.2017

Die Anreise - We Ride

Worauf habe ich mich da denn nur schon wieder eingelassen? Ich wusste nicht viel… Die Infos bei Facebook und die E-Mail mit einer Packliste haben schon Hinweise gegeben, aber es war und blieb auch weiter größtenteils ein Rätsel, was mir und den anderen 27 Personen in den kommenden vier Tagen bevorstanden.

Das erste Abenteuer war wieder einmal das Aufstehen vergangenen Samstag. Um 6 raus, und gegen Viertel vor 7 zur Uni. Ich hatte Glück, ziemlich schnell einen funktionierenden Drucker zu finden, um mir noch den sogenannten Waiver – quasi die Einverständniserklärung – zu besorgen. Den Treffpunkt um 8 Uhr erreichte ich als einer der ersten. Und bereits da wurde mir ziemlich schnell bewusst, dass die anderen mit ihrem Rundum-Equipment sehr viel besser ausgestattet waren als ich. Während viele ihren riesen Backpack mit Schlafsack, Isomatte und Funktionskleidung vollstopften, kam ich gut mit meinem Unirucksack aus. Gegen halb 9 waren dann auch mal alle eingetrudelt und unser Bus – ein ausrangierter Schulbus – fuhr los zum drei Stunden entfernten Algonquin Provinzpark. Der Name kommt vom nativen Indianerstamm in dieser Region.

Nach einer Pause bei Tim Hortons als letzter Stopp in der Zivilisation kamen wir mittags an einem Bootssteg an. Schon die Fahrt an sich war äußerst malerisch und komischerweise war die Blätterfärbung auf dem Weg in den Park sehr viel ausgeprägter als dann im Park. Dort waren „nur“ noch Tannen und blätterlose Laubbäume. Nach kurzen Einweisungen wie wir was packen konnten, gab es Mittagessen am Steg und dann wurde uns erst grob der Plan der nächsten Tage erklärt: Mit der „Portage“-Technik fahren wir jeden Tag ein wenig Kanu, tragen diese dann stückweise über Wanderwege und kommen dann jeden Tag zu einem neuen Campingort.

Unsere Anreise... ...zum Bootsanleger

Etappe 1  - Work / We Found Love

Nachdem wir all unser Gepäck etwa gleichmäßig auf alle Boote verteilt hatten, bildeten wir Zweierteams. Jeweils jemand mit Erfahrung und jemand ohne. Also blieb ich übrig und ging dann mit dem Clubchef Jeff in ein Kanu, was sich aber als äußerst lustig herausstellte. Nach einer etwa zweistündigen Überfahrt des Lake Rocks kamen wir auch schon am Tagesziel an. Jeff war auch echt zufrieden mit, ich stellte mich nämlich gar nicht so blöd an wie vielleicht andere und ein bisschen Paddeln halten meine Muskeln auch schon aus. Das Ausladen der Kanus ging überraschend schnell über die Bühne und an unserem Zeltplatz bauten wir nun die Zelte auf und sammelten Holz fürs Lagerfeuer. Ich ging mit dem anderen Deutschen Julius und dem Kanadier Owan in ein Zelt und es war sagen wir mal recht eng… Dann blieb noch etwas Zeit, noch einmal mit ein paar Leuten zu einer etwa hundert Meter entfernten Insel zu fahren und dort auch kurz hinaufzugehen. Vor, während und nach dem Essen lernten wir uns alle erst einmal kennen. Neben den fünf Guides waren recht viele Kanadier, aber auch zwei Britinnen, eine Australierin, vier Inderinnen, eine Französin und eben wir beide als Deutsche dabei – es gab eh einen höheren Frauenanteil. Alle von ihnen hatten zumindest ein wenig Campingerfahrung oder waren sogar begeisterte Outdoorfans, nur ich war der einzige blutige Anfänger. Zum Schluss gab es noch typisch kanadische S’mores – gegrillte Marshmallows mit Schokolade zwischen zwei Crackern und ein paar Stimmungssongs, denn Jeff hatte seine Gitarre mit dabei.

Feuchtfröhliches Paddeln  Hauptsache Rettungsweste dabei! Was eine Kulisse!

Und erst das Wetter!

Etappe 2 - Towards the Sun / Diamonds (in the sky)

Da wir gegen Mitternacht ins Bett gingen, konnten wir am nächsten Tag auch ohne Probleme um 8 Uhr aufstehen und uns dem Frühstück widmen. Es wurde sogar gut aufgetischt: Hash Browns, Spiegelei und Bacon – eben auch wieder kanadisch. Nachdem alle ganz gemütlich aus den Schlafsäcken gekommen sind und wir alles wieder zusammenräumen konnten – aus dem ursprünglichen Plan, dass wir um 10 Uhr auf dem Wasser sind, wurde dann doch eher halb 12 – ging es für weitere drei Stündchen ins Kanu über den Galaeiry River mit einer kurzen Unterbrechung, die „Portage“ wegen eines Wasserfalles war aber nur wenige hundert Meter lang. Es war sowieso Lunchtime am besagtem Wasserfall… Jeff meinte es mir an diesem Tag besonders abenteuerlich gestalten zu müssen und so nahmen wir drei Mal Abkürzungen, die man mit normalen Menschenverstand nicht hätte nehmen wollen. Wer wollte schon nicht einmal über herausragende Steine hinwegfahren 😊 Dann meinte Jeff, dass ich bereit wäre, auch mal zu „steuern“, also hinten zu sitzen und natürlich hätte man den Wechsel nicht irgendwann an Land machen können, sondern er ist dann auf dem Wasser über mich hinweggeklettert. Ich meine, das Gleichgewicht im Kanu zu halten ist jetzt nicht sowieso nicht mega easy peasy, aber die anderen haben es gefilmt und hatten doch ihren Spaß! Später habe ich das Boot falsch manövriert und Jeff stieg auf einer Plattform im Wasser aus, sodass es so aussah, als würde er auf Wasser laufen. Mit den Worten: „Das war’s“ pfefferte er das Paddel ins Boot und ich wurde von den Wellen von diesem Inselchen so weggetrieben, dass Jeff dann dort alleine war und von einem anderen Kanu erst „gerettet“ werden musste. Wir waren wieder mal die Lachnummer der Gruppe :D
Der neue Schlafplatz war wieder sehr schön gelegen und dieses Mal achteten wir auch darauf, einen besseren Zeltplatz zu bekommen. Am frühen Abend, als viele von uns noch einmal Kanu fuhren, beschlossen ich und ein paar andere, dass es doch mal an der Zeit wäre, eine Runde schwimmen zu gehen. Kein Scherz! Die Sonne schien am Sonntag noch viel mehr als am Samstag und das etwa 5 °C kalte Wasser schreckte mich nicht ab. Es war natürlich wirklich kalt, aber tatsächlich machbar! Also: Schwimmen gehen Ende Oktober in Kanada geht!!! Nach einer Säg-Session für das Holz fürs Feuer spielten wir kurz Karten. Als verspätetes Dinner gab es gefüllte Wraps und wir saßen noch lange mit Riddles (Rätseln) und einer Gruselgeschichte am Lagerfeuer: Letztes Jahr bei diesem Trip waren es unter null Grad und es hat durchgehend geschneit. Die Guides haben dann von ihrer Massenkarambolage bei der Abreise berichtet.

Nächstes Ziel... ...die Insel! :) OHA

Etappe 3 - Umbrella / SOS

In der zweiten Nacht in der Wildnis habe ich wirklich gut geschlafen, denn meine beiden Zeltkollegen wollten dann lieber draußen unter freiem Himmel schlafen, es war auch eine sagenhaft schöne und klare Sternennacht und der Sonnenaufgang muss wohl atemberaubend gewesen sein. Gleiches Prozedere wie am Vortag: Frühstück und Lagerabbau. An diesem Tag wurden die Kanupartner getauscht und ich bildete ein Team mit Cam, einem anderen Guide. Der war zwar nicht so abenteuerlustig wie Jeff, aber erzählte mehr von sich und wir waren geschwindigkeitstechnisch ein besseres Kanu. Ich habe an diesem Tag komplett das Zeitgefühl verloren, deshalb weiß ich auch nur, dass wir irgendwann nach dem Night Lake zu der „schlimmen“ Portage kamen und unser ganzes Gepäck aufsatteln mussten. Ich hatte einen Essensrucksack auf dem Rücken, meinen Rucksack auf dem Bauch geschnallt und unser Kanu auf den Schultern. So ein Kanu ist rund 5 Meter lang und gute 30 kg schwer. Was ein Spaß! Nach etwa drei Viertel machte ich meine dritte Pause und da kam auch schon Hilfe vorbei. Ich sollte dann so schnell wie möglich das Essen hinübertrage – das Kanu nahm dann Cam. Endlich wieder am Wasser wurden wir aber wieder zurückgescheucht, um den anderen zu helfen, nur um dann ganz am Anfang wieder gesagt zu bekommen, es wäre schon alles weggetragen worden. Daher bin ich statt den ursprünglichen 1,7 km dann doch 5,1 km gelaufen. Nach dem kurzen Mittagessen setzten wir die Kauüberfahrt fort und kamen an einer wunderschönen, neuen Campingstelle an. Dort machten wir in einer kleinen Gruppe einen Spaziergang auf eine andere Halbinsel und dort kamen zwei von uns zurückgelaufen mit den Worten: „There’s a moose!“ Also, dass dort ein Elch wäre. Julius, die Australierin konnte es nicht lassen und liefen solange auf dieser recht kleinen Insel umher, bis wir den Elch in einer „Ecke“ vermuteten. Ich ging voran und um einen Felsen… Bam, da war der Elch und starrte mich etwa 25 Meter entfernt an. Sehr viel größer wie jedes Tier, das ich je gesehen habe… und es hatte ein kleineres Jungtier neben sich. Ich zeigte, den beiden anderen meinen Fund und wir beschlossen, ziemlich schnell, abzuhauen. Ein Elch ist schon gefährlich genug – auch ohne Mutterinstinkte. Nach dem Handyfoto gingen wir zurück zu den anderen. Am Zeltlager entschieden wir in einer kleineren Gruppe mit unseren Kanus noch einmal zu versuchen, den Elchen nahe zu kommen. Aber da Jeff und die anderen Guides gerade schliefen und sie ewig brauchten, um uns ein Go zu geben, war es bereits am dunkler werden und die Elchen waren längst nicht mehr an ihrem Fundort. Es fing heftig an zu regnen und wir hatten Abendessen im Nieselregen. Da letzter Abend war, wurde auch endlich der Alkohol ausgepackt und gerecht geteilt. Irgendwann gegen Mitternacht wurde es dann so ungemütlich, dass alle in die Zelte gingen und der Regen wurde die ganze Nacht nicht besser, es weckte uns sogar nachts mehrmals auf.

Portaging is not fun... Da steht man doch gerne auf :) Schwupps, Baum im Weg!Komm' Schatten, laufen wir zurück^^

Etappe 4 - Shut up & Drive / Run This Town

Halbwegs ausgeschlafen wurden wir am Abreisetag um 7 Uhr geweckt und entdeckten einen halben See bei uns im Zelt – der Reißverschluss schien wohl nicht ganz wasserdicht zu sein. Beim spartanischen Frühstück lag Katerstimmung in der Luft und alle waren nachdenklich gestimmt, da der Trip so gut wie zu Ende war. Noch ein letztes Mal packten wir alles zusammen und beluden unsere Kanus. Da der Wellengang relativ stark war, sollten wir in unseren ursprünglichen Teams bleiben, also ich mit Jeff. Aus irgendwelchen Gründen war der Gute aber sehr faul und auch nicht gut drauf. Viel der Paddelei über den Pen Lake musste ich dann übernehmen und auch das letzte Mal Portage. Dort waren die atemberaubenden Penn Falls-Wasserfälle, vor denen wir unser obligatorisches Gruppenfoto machten. Ich würde sagen, dass ich das Kanu fahren schon gut drauf habe inzwischen. Die letzte Reiseetappe war dann auch die längste Kanustrecke – wir mussten die ganze Strecke der ersten zwei Tage zusammen zurücklegen. Viel früher als erwartet waren wir auch wieder am Ausgangsort zurück und hatten ein geselliges Resteessen. Die zweite Reisegruppe ließ dann auf sich warten und es gab eine Stunde lang einen fliegenden Wechsel: Wir gingen in unseren geliebten Schulbus und die kleinere neue Gruppe packten ihre Campingausrüstung zusammen. Zwei von den Guides und eine Teilnehmerin wechselten dann die Gruppe, denn sie haben sich für die 7-Tages-Variante entschieden. Nach zwei Stunden Pause und dann wieder eine Stunde. So kamen wir zum Sonnenuntergang um halb 7 in Ottawa an und unsere Wege trennten sich.

Das war ein Trip der Extraklasse! Nicht nur, dass wir echtes Glück mit dem Wetter hatten. Ich habe auch wieder eine Menge ganz toller Menschen kennenlernen dürfen und wir haben neben Enten, Hörnchen und Haubentauchern auch Elche gesehen! Ich wollte die Natur Kanadas erleben und bekommen habe ich eine Outdoor Experience Extrem 😊

Die kleineren Wasserfälle ...und die Größeren! Rückfahrt bei bestem Wetter :)

Rehab / California King Bed

Es war auch wirklich mal ganz toll, für vier Tage das Handy auszuschalten und es hat tatsächlich überraschend gut geklappt, komplett alles auszublenden: die Uni, die restlichen Ferien und sogar mein Leben in Deutschland. Hier sind zumindest ein paar gute Fotos von mir, in den nächsten Tagen bekomme ich vielleicht auch bessere von Julius, denn er hatte seine Kamera dabei. Zuhause habe ich dann geduscht, mir ein Eis gegönnt und mich ins superweiche Bett gelegt, die drei Dinge, die ich am meisten vermisst habe :)

 

Abwesenheitsnotiz

Freitag, 20.10.2017

Hey Leute,

 

bitte rechnet in den nächsten vier Tagen bitte mit keinem Lebenszeichen von mir... Ich habe nämlich vor, mit dem Outdoor Club in den 3 Stunden entfernten Algonquinpark zu fahren. Dort werden wir campen, Kanu fahren und hoffentlich ganz gutes Wetter haben. In dem Nationalpark gibt es sicher weder Strom noch WLan, aber das ist ja auch Teil des Abenteuers! Ich melde mich dann wieder am Dienstag, wenn ich wieder hier in Ottawa bin, bis dahin: haltet euren Neid noch zurück :))

 

Euer Halbzeitzeltverrücker und Pseudopaddelmeister Marv

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